Angebliche Abmahnung Dr. Kroner & Kollegen

Angeblich im Auftrag der großen Musikverlage mahnt derzeit eine Kanzlei Dr. Kroner & Kollegen zahlreiche Verbraucher ab. Die Urheberrechtsverletzungen, die nicht näher bezeichnet werden, werden mit einem Streitwert von 10.000 € pro Titel beziffert. Wer schnell zahlt, soll von einem Vergleichsvorschlag den die Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Kroner & Kollegen unterbreiten, profitieren. Nur 146,95 € statt der eigentlichen Schadenersatzsumme von 891,31 € für Anwaltskosten sollen Verbraucher überweisen. Ein Überweisungsträger ist gleich mit abgedruckt. Wer sich diesen etwas genauer betrachtet, wird feststellen, dass es sich nicht um eine Bank am Kanzleistandort München handeln, sondern die Zahlung ins Ausland geht. Dies hat auch einen Grund: Das ganze ist ein großer Schwindel – oder anders ausgedrückt: Abzocke!

Trittbrettfahrer nutzen die aktuelle Diskussion um das Urheberrecht und die Presseberichte über Kim „Dot-Com“ Schmitz aus und schreiben angebliche Nutzer der Internettauschbörse Megaupload.com an. Die Abmahnungen von Dr. Kohnert & Kollegen erfolgen per Email. Dies ist das erste Indiz das etwas nicht stimmen kann. Weiterhin werden keine konkreten Stücke genannte wie es bei einer Abmahnung notwendig wäre. Auch eine Unterlassungserklärung, die obligatorisch ist, fehlt.

Interessant ist auch, dass die Schreiben zwar unterschiedlich IP Adressen enthalten, das Aktenzeichen lautet aber in der Regel 12-133.11478 TH.

Verbraucher sollten sich daher nicht einschüchtern lassen. Grundsätzlich sind Abmahnungen wegen Urheberrechtsverstößen allerdings sehr ernst zu nehmen. Wer eine solche erhält, sollte sich schnellstmöglich Rat holen. Dies kann bei einem Anwalt geschehen oder bei einer Verbraucherzentrale. Bei den Verbraucherzentralen wird jedoch nicht in allen Bundesländern zu dem Thema beraten. Bitte erkundigen Sie sich vor der Beratung unbedingt nach den anfallenden Kosten.

Erste Infos gibt es auch bei der Kanzlei Wilde, Breuer & Solmecke. Diese haben in der Vergangenheit immer wieder Verbraucher gerichtlich und außergerichtlich vertreten und berichten über aktuelle Verfahren. Dort gibt es auch „Erste Hilfe“ Tipps bei echten Abmahnungen.

Weitere Informationen zu Beratungsangeboten.

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