Blogger haftet für eingebundene YouTube Videos

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Blogger haften für eingebundene YouTube Videos. Zu diesem Ergebnis kam das Landgericht Hamburg in einem Urteil vom 22. Mai 2012. Der Blogger hatte ein YouTube Video der ZDF Sendung WISO auf seinen Blog eingebunden.

In der Sendung berichtete WISO über die Machenschaften eines dubiosen Krebsarztes. Dieser hatte nach Ausstrahlung der Sendung per Einstweiliger Verfügung die weitere Verbreitung des Videos erfolgreich gerichtlich untersagen lassen. Hintergrund waren heimlich in der Praxis aufgenommene Videos. Dennoch war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Video der Sendung auf YouTube verfügbar. Der nun verklagten Blogger wusste zwar von rechtlichen Schritten gegen das ZDF, die Einstweilige Verfügung war ihm jedoch unbekannt. Er integrierte daher das Video auf seiner Blogseite www.kanzleikompa.de.

Das Landgericht Hamburg war der Auffassung, dass er auf Unterlassung haftbar gemacht werden kann. Auch wenn er sich das Video nicht zu Eigen gemacht hat, ist er als „mittelbarer Störer“ zur rechtlichen Prüfung der Verbreitung verpflichtet. Insbesondere da er von rechtlichen Maßnahmen wusste, hätte er beim Arzt das Einverständnis zur Veröffentlichung einholen müssen.

Eingebundene YouTube Videos – Das muss ich beachten

Nicht nur dieses Urteil zeigt, dass beim Einbinden von fremden Medien, seien es Videos, Bilder oder auch Texte, höchste Vorsicht geboten ist. Sinnvoll ist daher bereits auf die Quelle zu achten. Die Chance auf die zulässige Verwendung steigt, wenn z.B. ein Video direkt vom Urheber eingestellt wird. Wäre in diesem Fall auf das Originalvideo verlinkt worden, wäre wahrscheinlich nichts geschehen da das ZDF aufgrund der Einstweiligen Verfügung direkt eine Verbreitung gestoppt hat.

Eine gute, aber sicherlich nicht abschließende Übersicht, über die rechtlichen Fallstricke von eingebundenen YouTube Videos findet man auf den Seiten von rechtzweinull.de.

Der Streitwert des Verfahrens über eingebundene YouTube Videos wurde auf 30.000,- Euro festgelegt. Das vollständige Urteil mit dem Aktenzeichen 324 O 596/11 finden Sie hier.

Haben Sie selbst schon erfahren mit eingebundenen Videos gemacht und vielleicht eine Abmahnung erhalten? Berichten Sie uns wie das Verfahren gelaufen ist und ob Sie sich mit der Gegenseite einigen konnten.

Eine ausführliche Buchbesprechung zum Ratgeber O’Reillys basics: Social Media Marketing und Recht finden Sie hier.

An dieser Stelle möchte ich auch nochmal an die Blog-EM erinnern.
Wählen Sie recht-alltaeglich.de in die nächste Runde. Wie es geht erfahren Sie hier.

2 Gedanken zu “Blogger haftet für eingebundene YouTube Videos

  1. Interessanter Fall. Wobei die Argumentation nicht ganz schlüssig ist. Bei der Einbindung eines Youtubevideos wird ja letztlich nur auf Youtube verwiesen, das Videomaterial liegt bei Youtube vor, nicht lokal auf der Website des Betreibers. Wird das Video ordnungsgemäß bei Youtube entfernt, ist dieses auf der Website des Betreibers auch nicht mehr auffindbar. Entsprechend müsste eigentlich zuerst dieses beim ‘Urheber’, in dem Fall Youtube, entfernt werden, und damit ist es auf keiner weiteren eingebunden Seite verfügbar. Anderenfalls wären syndizierte Inhalte (RSS) von Youtube und weiteren in sich bereits nicht rechtskonform…

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