Die APPzocke – Wie ihr neues Smartphone zur Abzock-Falle wird

Sie freuen sich über ihr neues Smartphone und haben sogar an den richtigen Tarif zur Nutzung von Datendiensten (z.B. Internet) gedacht um sich vor bösen Kostenfallen zu schützen? Doch dann kommt der Rechnungsschock. Sie sind ein APPzocke Opfer geworden. Woche für Woche werden über die Mobilfunkrechnung ein oder sogar mehrere Abos von unbekannten Anbietern abgebucht. Ihr Mobilfunkanbieter weiß von nichts und teilt Ihnen mit, dass Sie die Angelegenheit mit dem Diensteanbieter klären sollen und die Rechnung erst einmal wie vereinbart abgebucht würde. Immerhin erfahren Sie, dass es sich wohl um ein Abo handelt das im Rahmen einer App bestellt wurde.

So ergeht es seit dem Boom der Smartphones etlichen Verbrauchern. Egal ob Iphone oder „normales“ Smartphone die meisten bieten die Möglichkeit sogenannte Apps zu nutzen. Diese Applikationen sind kleine Programme von Nachrichtendiensten, Spiele oder sonstiges Zusatzprogramme die mal mehr und mal weniger nützlich sind. Dummerweise erlauben die Programme oft den Zugriff auf diverse Dienste und Daten des Handys.

Wie die APPzocke in der Praxis abläuft ist sehr schön in einem Artikel auf Heise.de beschrieben.

Sollten Sie feststellen, dass auf Ihrer Rechnung solche ungewollten Abos auftauchen, sollten Sie  sich dagegen wehren. Schreiben Sie ihren Mobilfunkanbieter und auch den Drittanbieter an. Fordern Sie einen Nachweis über den Vertragsschluss und wie die Informationspflichten für Fernabsatzverträge ihnen gegenüber erfüllt wurden. Hilfsweise sollten Sie den Widerruf und höchst hilfsweise die Kündigung des angeblichen Abo-Vertrages erklären. Versenden Sie dieses Schreiben nachweisbar z.B. per Einschreiben mit Rückschein. Teilen Sie ihrem Telefonanbieter weiterhin mit, dass er den Rechnungsbetrag im Fall des Lastschrifteinzugs um die strittigen Beträge kürzen soll oder das Sie dies bei der Überweisung bereits selbst getan haben.

Eine oft angedrohte Sperre wäre nach Ansicht der Verbraucherzentralen bei diesen fragwürdigen Forderungen übrigens nicht berechtigt. Dennoch versuchen etliche Mobilfunkanbieter dieses Druckmittel zur Einziehung der Forderung zu nutzen. Interessant ist, dass die Mobilfunkanbieter es bisher nicht zu einem Urteil haben kommen lassen. In uns bekannten Fällen wurde seitens des TK-Anbieters dann statt eines Urteilsspruch gerne ein Vergleichsangebot unterbreitet oder eine Zahlungsklage sogar zurückgenommen.

Unser Tipp:
Überlegen Sie bereits im Vorfeld, ob Sie werbefinanzierte Apps überhaupt nutzen. Weiter sollten Sie diese Drittanbieterleistungen bei ihrem Mobilfunkanbieter sperren zu lassen. Seit die TKG-Novelle zum 10. Mai 2012 in Kraft getreten ist, ist die Speereinrichtung für alle Anbieter gesetzlich verpflichtend. Sollten Sie doch mal eine unberechtigte Forderung auf der Rechnung finden, heißt es schnell reklamieren. Gerade bei kleinen Beträgen lassen die TK-Anbieter unabhängig von der rechtlichen Situation mit sich reden.

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