010040 – Call by call Abzocke oder Missverständnis?

Der Anbieter der Call by call Vorvorwahl 010040 schockt derzeit etliche Verbraucher.

Diese erhalten völlig überhöhte Telefonrechnungen aufgrund eines horrenden Call by call Tarifs den die 010040 GmbH der Berechnung zugrundelegt. Statt der üblichen 1-2 Cent pro Minute soll fast 2 Euro für innerdeutsche Gespräche gezahlt werden. Ob dies tatsächlich bezahlt werden muss ist höchst umstritten. Maßgebliche Urteile zur Frage wie bei Call by call Gesprächen der Preis wirksam vereinbart werden kann, gibt es bedauerlicherweise nicht. Dies mag damit zu tun haben, dass gerade Anbieter mit einer fragwürdigen Preispolitik wie die 010040 GmbH kein Interesse an einer gerichtlichen Klärung haben dürften.

Masche nicht unbekannt

010040 Tarife

Quelle: Screenshot www.010040.com 7.11.12

Die Kostenfalle bei wechselnden Preisen ist nicht neu.

Bereits im November 2011 erschien ein Artikel zur Abzocke mit Call by call Nummern. Bereits damals wurden die Preise kurzfristig massiv angehoben. Interessant ist bei einigen Fällen, dass bei den günstigen Preisen eine Preisansage geschaltet war und bei den höheren Preisen nicht. Da es bis Ende Juli 2012 keine Preisansagepflicht für Call by call Anbieter wie 010040 gab, war immer die Frage wie der Preis überhaupt Vertragsbestandteil geworden sein soll. Wer eine solche Rechnung erhält, darf sich sicher sein, dass er nicht alleine ist. Wie die Verbraucherzentrale NRW in der Rheinischen Post berichtet, gibt es unzählige Betroffene.

So können Sie sich wehren

Schreiben Sie den Telefonanbieter (z.B. 010040 GmbH) der Call by call Nummern an und erheben Sie Einwendungen gegen die Rechnung. Soweit Sie sich nicht sicher sind ob die Gespräche tatsächlich über diesen geführt wurden, fordern Sie einen nachträglichen Einzelverbindungsnachweis und das Ergebnis der technischen Prüfung an. Fordern Sie den Anbieter weiterhin auf, nachzuweisen wie der Preis für das angeblich durchgeführte Telefonat vereinbart worden sein soll. Vorsorglich sollten Sie die Anfechtung wegen Irrtum bzw. arglistigen Täuschung (falls der Preis bewusst verschleiert wurde) erklären. Aus Beweisgründen empfiehlt sich ein Einschreiben mit Rückschein. Möglicherweise ist der Vertrag aufgrund des vermeintlichen Wucherpreises sogar sittenwidrig.

Wenn Sie Ihre Telekom Rechnung überweisen, kürzen Sie den Betrag um die strittigen Beträge und teilen Sie dies der Telekom unbedingt (!) mit. Wird der Betrag abgebucht, können Sie der Lastschrift widersprechen und den unstrittigen Rechnungsbetrag an die Telekom manuell überweisen. Auch hier dürfen Sie bitte nicht vergessen der Telekom mitzuteilen was Sie genau zahlen möchten oder besser was nicht gezahlt werden soll. Am einfachsten ist es, wenn Sie den Recht alltäglich Musterbrief 010040 Call by call Forderung nutzen. Um das Prozessrisiko zu verringern, könnte es sinnvoll sein einen angemessenen Teil der Forderung -ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht- zu zahlen. Bei Inlandsgesprächen ins Festnetz dürften 2 Cent pro Minute angemessen sein.

Bundesnetzagentur bei 010040 Fällen einschalten

Als Aufsichtsbehörde ist Bundesnetzagentur unter anderem für die Überwachung der Telekommunikationsunternehmen verantwortlich. Sie ist dringend auf Hinweis von Verbrauchern angewiesen um weitere Maßnahmen gegen unseriöse Unternehmen einzuleiten. Sollten Sie sich also von 010040 oder einem anderen Telefonanbieter getäuscht fühlen, wenden Sie sich direkt an den Verbraucherservice der Bundesnetzagentur.

Post von Rechtsanwalt Raoul Sandner

Beachten Sie bitte, dass Sie nur Angaben machen, bei denen Sie sich ganz sicher sind. Sollten Sie z.B. bezüglich einer Preisansage nicht mehr den genauen Wortlaut kennen oder ob es überhaupt eine solche Ansage gab, teilen Sie der Bundesnetzagentur diese Unsicherheit mit. Wie die Verbraucherzentrale NRW berichtet, gibt es Rückmeldungen, dass der Anbieter 010040 GmbH über den Rechtsanwalt Raoul Sandner gegen Falschaussagen vorgeht. Bei berechtigten Einwendungen sollten Sie sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen.

Schreiben Sie uns im Kommentar wie viel die 010040 GmbH laut Telefonrechnung von Ihnen kassieren möchte.

20 Gedanken zu „010040 – Call by call Abzocke oder Missverständnis?

  1. Neuer Brief vom Inkasso, Sie haben ein Prüfprotokoll, aber mit 30 Minuten Telefonie zu 1,13 € und zu 65,67 €. Also wenn sich da kein Wucher nachweisen lässt weiß ich auch nicht. Ich überlegen, für die 30 Minuten immer den Betrag von 1,13 zu überweisen und der Differenz (im obigen Fall 64,54) € zu widersprechen. Was meint ihr?

  2. Pingback: 01056 Arcinum GmbH i.I. - der nächste Call by call Abzocker

  3. Rechnung der Telekom vom 16. Mai 2013
    „Billig“-Anbieter Dritte HanseStar UG 01010
    Verbindungen von Festnetz zu Mobil in D innerhalb gleichen Wohnorts:

    Am 22.04.2013 um 13:15:24h 1,83€/Min
    am 23.04.2013 um 13:31:57h 6,68€/Min.
    am 23.04.2013 um 13:33:05h 2,00€/Min.
    H.+H. Schwaab
    55218 Ingelheim

  4. Wir bekamen im Nov.2012 eine Rechnung der Telekom
    von 614,88 €,davon war der Betrag für 010040 GmbH über 473,13 € für den Zeitraum 2.7.-12.09.12.
    Wir haben sofort ein Schreiben an die Telekom sowie auch an die 010040 GmbH gesandt und auch mit einer Frist bis zum 26.11.12 versehen.(Per Einschreiben mit Rückantwort)
    Weder von der Telekom ein weiteres Schreiben noch von 010040 GmbH.
    In der letzten Woche kam nun eine Mahnung der Belcotel,wie sich rausstellt ist es eine umfirmierte Gesellschaft die die gleichen Machenschaften versucht. Was kann man nun machen?
    Ich werde den gleichen Brief ein zweites Mal senden und mal sehen was dann kommt.

    • Leider sehe ich dies jetzt erst: Hansestar wurde von der Bundesnetzagentur für die Zeit vom 1.8.2013 – 12.9.2013 m.W. abgemahnt (vorgeschriebene Preisansage undeutlich, irreführend oder irgendetwas in der Art), ging dann aber vors Verwaltungsgericht; dieser Ausgang ist mir unbekannt, aber auch hier jetzt nicht wichtig, denn das Bundesverfassungsgericht hat unter dem Aktenzeichen Az. “1 BvR 1457/12″ im Frühjahr 2013 in einem vergleichbaren Fall für den Kunden entschieden. Und dort lagen die Preise sogar “nur” 900 bis 1400 Prozent über dem marktüblichen Tarif. Hier liegen sie teils im Bereich von ca. 10.000 Prozent (das ist kein Tippfehler, denn 100 x 100% sind 10.000 %)über dem normalen Call-by-Call-Angebot. Die Verfassungsrichter bestätigten dabei erfreulicher- und redlicherweise den allgemeinen Eindruck der Sittenwidrigkeit: “Ein Verstoß der Sittenwidrigkeit dränge sich auf, heißt es in der Begründung.” (zitiert aus: swp.de)

      Dies läßt sich auf all solche üblen “Abzocker-Nummern” übertragen, die als Call-by-Call-Dienst auf diesem weitest gegenüber dem üblichen Preisniveau überhöhten Niveau arbeiten und einer Spinne im Netz vergleichbar auf Tippfehler, Fehlverbindungen, Ablenkungen, schlechtes Hören o. ä. wie eine irreführende Preis-Ansage (“1, 9 – 9″ wie bei Eurocent statt “1 € 99″)
      setzen. Für mich verwerflich: SCHLIMM!

      Unter Hinweis auf das Urteil mit dem Aktenzeichen (siehe oben) des Verfassungsgerichtes kann man die Zahlung nun entweder verweigern oder – was ich aber nicht genau weiß – auch wieder zurückverlangen, was nach meinem Gerechtigkeitsgefühl zwar gehen müßte, aber juristisch bei z.B. sofortigem widerspruchslosen Zahlen auch verwirkt sein könnte. Im letzteren Fall würde ich mich bei der Verbaucherzentrale, z.B. in NRW oder Bayern, nach dem Stand erkundigen, da diese sich damit engagiert befaßt haben und es wohl auch – dem Himmel sei Dank – weiterhin tun, denn wieviele schwere Schiksale können sich mit solchen Finanz- und Nerven-Schockrechnungen verbinden, und wieviel Unheil können diese “Fallen-Preise” anrichten!

      Auch bei mir kam jetzt – nach einem Jahr Ruhe – überraschend eine neuerliche Mahnung von Call-by-Call-Anbieter HANSESTAR (also unter dem Firmennamen). Tja, die Antwort werde ich natürlich wie oben formulieren. Wenn Hansestar (und die anderen Anbieter mit solchen Wucher- oder Schock-Preisen) das dann wissen und dennoch weiterhin mahnen, dann wäre für meine Begriffe auch eine Strafanzeige gegen solche Call-by-Call-Firmen wegen dringenden Verdachtes auf Betrug und ggf. zusätzlich ebenso Stalking wohl gerechtfertigt.

  5. unter dem 6.4.13–erhalten 11.4.13—erhielt ich ein aussergerichtliches mahnschreiben der firma belcotel gmbh. lilienstrasse 11 hamburg??????VORHER FIRMA 010040 gmbh HAMBURG(DIESE SOLL ERLOSCHEN SEIN)—-ES GEHT UM EINEN RECHNUNGSBETRAG-ANGEBLICH IM JULI 2012 SOLLEN DIESE TELEFONATE GEFÜHRT SEIN(HABE NIE EIN TELEFONAT ÜBER 010040 GEFÜHRT-KENNE DIESE FIRMA GARNICHT—BETRAG ÜBER EURO 232,84—FRIST WURDE BIS 15.4.13 GESETZT—HABE MIT STRAFANZEIGE GEDROHT UND UM UNTERLASSUNG WEITERER MAHNUNGEN GEBETEN–BILD-ZEITUNG-VERBRAUCHERZENTRALE-PRESSE SIND ÜBER DIESE VORGEHENSWEISE DER GENANNTEN GESELLSCHAFTEN UNTERRICHTET—WERDE WEITEREN VERLAUF ABWARTEN–

  6. Pingback: Belcotel - Alter Nepp mit neuem Namen - Recht alltäglich

  7. Nachdem ich der völlig überteuerten Rechnung und der 1. Mahnung widersprochen haben liegt nun mittlerweile die 2. Mahnung vor. Natürlich habe ich auch dieser Mahnung widersprochen und eine Eingangsbestätigung gefordert!
    Wie erwartet meldet sich keiner oder gibt mir eine der geforderten Eingangsbestätigung. Auch eine Lesebestätigung über Outlook habe ich bisher nie bekommen! Also gibt es auch weiterhin kein Geld!
    Auch nicht einen Teil.

  8. 2. Zwischenzeitlich habe ich an 01010 eine mail geschrieben. Inhalt: Die etwa 80€ auf der Telekomrechnung zahle ich nicht wegen Abzocke und Wucher und . . .
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    3. Heute habe ich eine mail erhalten in der sinngemäß steht: Wir von 01010 sind ganz seriös und arbeiten ganz korrekt usw. usw.

    4. Zusätzlich habe ich heute eine zweite mail erhalten mit einer Rechnung als Anhang über den strittigen Betrag.
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    5. Dieser 01010-Rechnung habe ich per mail soeben sofort widersprochen sowie den Kompromiß-Vorschlag gemacht: Ich zahle Euch großzügig 3€ für die etwa 43-Minuten Telefonat. Und dann isses erledigt.
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    Mal sehen, wie es weiter geht.

  9. Auf meiner neuen Telekomrechnung vom 20.02.2013 befindet sich auch eine Position: etwa 30 Minuten für etwa 60€ sowie etwa 10 Minuten für etwa 20€, für Telefonate am 30.12.2012 und am 09.01.2013.
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    Ich habe die Telekom angerufen. Die Telekom streicht diese Position aus ihrer Rechnung. Ich bekäme dann eine extra Rechnung direkt von 01010.
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    Seit seeehr langer Zeit, seit vielen Jahren achten wir peinlichst genau auf die Preisansagen zu Beginn eines Gesprächs. Ein versehentliches Vertippen bei der 01010-callbycall ist somit auszuschließen. Zudem wurden diese beiden oben genannten Telefonate von 2 Personen geführt.
    Wir achten zusätzlich sehr darauf, daß bei solchen Vorwahlen keine Stundengrenze überschritten wird, da ein Tarifwechsel oft bei voller Stunde erfolgt.
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    Ich gehe davon aus, daß nun das Übliche passiert: Rechnung, Mahnung, Inkassoandrohung, vielleicht Zahlungsbefehl, Einspruch, gerichtliche Klärung, . . . (??? hatte noch nie mit so etwas zu tun).
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    Nun warte ich auf die Abbuchung des restlichen Telekombetrags (ohne 01010), ob dies klappt wie von Telekom zugesagt. Dann ziehe ich diese 01010-Abzocke durch bis zu einem rechtskräftigen Urteil.

  10. Habe im Juli 2012 über die 010040 für 4 min 8,00€ bezahlt und den Betrag auch überwiesen über die Telekomrechnung, weil ich diesen Abzockerbetrag von 1,99 /min verschmerzen konnte. Aber jetzt im Fall von 01010 und einer Rechnung von 12,-€ für 6 min werde ich nicht einknicken, denn beide Nummern gehören zur gleichen Adresse, nämlich Neuer Wall 50, und ein 2.mal will ich denen kein Geschenk machen. Habe jetzt eine Mahnung erhalten über 16,84, zahlbar bis 31.01.13.
    Überlege mir, ob das Einschalten eines Anwalts lohnt bei solch kleinen Beiträgen, aber gegen solche sittenwidrige Kosten muss man eigentlich kämpfen..

    • Ja, der Meinung bin ich auch. Bei mir ist es übrigens so ähnlich: Jetzt kam auch die Mahnung, aber bei mir für sage-und-schreibe rund 70 Euro aus nur einem einzigen Telefonat (im September) – etwa doppelt soviel wie meine gesamte (!!) sonstige Telefon- und Internetrechnung mit allem zusammen!

      Und das trotz meines am Muster orientierten Briefes an die Bundesnetzzentrale („BNZ“), der von dort aber nur hektografiert beantwortet wurde, obwohl ich die BNZ mitverantwortlich für diese Nepperei gemacht habe, denn diese hat den Mogeltarif, diesen verwechselbaren Tarif, so genehmigt, was ich nicht in Ordnung finde, und trotz meines Muster-Einschreibebriefes an den Betreiber kam genau heute die Mahnung ins Haus. Dabei hatte ich auf den Wuchertarif deutlich aufmerksam gemacht.

      Immerhin hat „3. HanseStar“ mir mit einem Sperren seiner Call-Vorwahl gedroht. Das war die einzige gute Nachricht in dem wohl absichtlich ignoranten Antwortschreiben.

      Am besten wäre es, wenn die Verbraucherzentrale oder sonst jemand die Klageabweisungen bündeln und koordinieren könnte, damit nicht jeder sich einzeln und vor allem in nerviger Weise damit auseinandersetzen muß.

      Wie sich dies aber machen läßt, weiß ich noch nicht.

    • Zusatz: Mein Einschreiben an die „3. HanseStar UG“ wurde in der jetzigen Mahnung übrigens mit keiner Silbe erwähnt. Wenn nicht Wucher greifen sollte (Straftatbestand leider 2007 abgeschaffft und zivilrechtlich an recht enge Voraussetzungen geknüpft), dann aber bei einem um fast 100fach [!!] verteuerten Tarif gegenüber den günstigen Call-by-Call-Anbietern eben die Sittenwidrigkeit (Verstoß gegen den Grundsatz von Treu und Glauben) des absurden Nepper-Tarifs.

      Wikipedia sagt dazu unter dem Stichwort „Sittenwidrigkeit“ bei Zivilrecht u.a.: „Ist ein Rechtsgeschäft sittenwidrig, so gilt es als von Anfang an nichtig § 138 Abs. 1 BGB. Hierdurch werden die Vertragsfreiheit (sog. Privatautonomie, Art. 2 Abs. 1 GG) und auch die Rechtssicherheit eingeschränkt, da die gerichtliche Prüfung von Rechtsgeschäften immer nur im Nachhinein erfolgt.

      Andererseits werden aber auch regelmäßig die Interessen schwächerer Vertragspartner, insbesondere rechtlich unerfahrener Einzelpersonen (beispielsweise Mieter, Kreditnehmer, Bürgen) und die Interessen am Vertrag Unbeteiligter, etwa der Allgemeinheit, besonders gewürdigt.“

      Zu überlegen ist, ob man nicht um des lieben (Rechts-)Friedens willen einfach die Summe berechnet und der „3. HanseStar UG“ (mit beschränkter Haftung) überweist, die das Telefonieren bei dem Wahl-Anbieter gekostet hätte, wenn man z.B. nicht technisch falsch verbunden worden wäre, was bei mir so gewesen sein muß (es fehlte dann aber immer noch – rätselhafterweise – die aufklärende Ansage des Wucherpreises, obwohl diese da schon Pflicht war).

      Es ist nicht unwichtig, daß auch andere Anbieter durch solche Fallen-Tarife geschädigt werden. Denn durch die Verwechslungs- oder auch Fehlverbindungsfalle mit der exorbitant teueren Handynetzeinwahl-Nummer der 3. HanseStar scheuen sich natürlich immer mehr Verbraucher, die eigentlich billige oder günstige Vorwahl von wirklich günstigen Anbietern zu nehmen. Dieser Anbieter mit redlichem oder fairem Tarifpreis haben dann – unverdient – das Nachsehen und den wirtschaftlichen Schaden!

      Ich bin aus Angst vor diesem horrednen Tarif mit – getestet – einer sehr mißverständlichen Ansage („1 Komma 9-9 Euro“ statt „1 Euro 99“, wie es allgemein üblich wäre) mittlerweile auf einen ganz anderen Anbieter ausgewichen. Es gibt aber wohl bei manchen Anschlußanbietern auch sogenannte Vertippfilter.

      Es wäre schön, wenn noch jemand diese m.E. irrführende, aber eventuell genehmigte Ansage (s.o.) dokumentieren und dies hier oder der Verbraucherzentrale mitteilen könnte (aber nur per Tonband o.ä. dokumentieren und auflegen, denn sonst wird es u.U. teuer)!

      Solange aber die Bundesnetzagentur („BNZ“) nicht solche völlig überhöhten Tarifpreise als offenkundigen Mißbrauchsversuch unterbindet und dann auch noch verwechselbare Call-by-Call-Nummen freigibt, dürfte das Problem nicht aus der Welt sein.

      Ein wesentlicher Dreh- und Angelpunkt des Verbraucherschutzes ist daher die BNZ, die eventuell sogar haftbar für die grundsätzliche Möglichkeit eines Verwechselns sein könnte.

      Ob auch Produkthaftungsanspruch gegenüber dem seriösen Anbieter besteht, den dieser dann wieder der BNZ anlasten kann, ist wegen der Sittenwidrigkeit solch überteuerter Tarife wohl bloß eine theoretische Frage.

    • Zusatz: Mein Einschreiben an die „3. HanseStar UG“ wurde in der jetzigen Mahnung übrigens mit keiner Silbe erwähnt. Wenn nicht Wucher greifen sollte (Straftatbestand leider 2007 abgeschaffft und zivilrechtlich an recht enge Voraussetzungen geknüpft), dann aber bei einem um fast 100fach [!!] verteuerten Tarif gegenüber den günstigen Call-by-Call-Anbietern eben die Sittenwidrigkeit (Verstoß gegen den Grundsatz von Treu und Glauben) des absurden Nepper-Tarifs.

      Wikipedia sagt dazu unter dem Stichwort „Sittenwidrigkeit“ bei Zivilrecht u.a.: „Ist ein Rechtsgeschäft sittenwidrig, so gilt es als von Anfang an nichtig § 138 Abs. 1 BGB. Hierdurch werden die Vertragsfreiheit (sog. Privatautonomie, Art. 2 Abs. 1 GG) und auch die Rechtssicherheit eingeschränkt, da die gerichtliche Prüfung von Rechtsgeschäften immer nur im Nachhinein erfolgt.

      Andererseits werden aber auch regelmäßig die Interessen schwächerer Vertragspartner, insbesondere rechtlich unerfahrener Einzelpersonen (beispielsweise Mieter, Kreditnehmer, Bürgen) und die Interessen am Vertrag Unbeteiligter, etwa der Allgemeinheit, besonders gewürdigt.“

      Zu überlegen ist, ob man nicht um des lieben (Rechts-)Friedens willen einfach die Summe berechnet und der „3. HanseStar UG“ (mit beschränkter Haftung) überweist, die das Telefonieren bei dem Wahl-Anbieter gekostet hätte, wenn man z.B. nicht technisch falsch verbunden worden wäre, was bei mir so gewesen sein muß (es fehlte dann aber immer noch – rätselhafterweise – die aufklärende Ansage des Wucherpreises, obwohl diese da schon Pflicht war).

      Es ist nicht unwichtig, daß auch andere Anbieter durch solche Fallen-Tarife geschädigt werden. Denn durch die Verwechslungs- oder auch Fehlverbindungsfalle mit der exorbitant teueren Handynetzeinwahl-Nummer der 3. HanseStar scheuen sich natürlich immer mehr Verbraucher, die eigentlich billige oder günstige Vorwahl von wirklich günstigen Anbietern zu nehmen. Diese Anbieter mit redlichem oder fairem Tarifpreis haben dann – unverdient – das Nachsehen und den wirtschaftlichen Schaden!

      Ich bin aus Angst vor diesem horrenden Tarif mit – getestet – einer sehr mißverständlichen Ansage („1 Komma 9-9 Euro“ statt „1 Euro 99“, wie es allgemein üblich wäre) mittlerweile auf einen ganz anderen Anbieter ausgewichen. Es gibt aber wohl bei manchen Anschlußanbietern auch sogenannte Vertippfilter.

      Es wäre schön, wenn noch jemand diese m.E. irrführende, aber eventuell genehmigte Ansage (s.o.) dokumentieren und dies hier oder der Verbraucherzentrale mitteilen könnte (aber nur per Tonband o.ä. dokumentieren und auflegen, denn sonst wird es u.U. teuer)!

      Solange aber die Bundesnetzagentur („BNZ“) nicht solche völlig überhöhten Tarifpreise als offenkundigen Mißbrauchsversuch unterbindet und dann auch noch verwechselbare Call-by-Call-Nummen freigibt, dürfte das Problem nicht aus der Welt sein.

      Ein wesentlicher Dreh- und Angelpunkt des Verbraucherschutzes ist daher die BNZ, die eventuell sogar haftbar für die grundsätzliche Möglichkeit eines Verwechselns sein könnte.

      Ob auch Produkthaftungsanspruch gegenüber dem seriösen Anbieter besteht, den dieser dann wieder der BNZ anlasten kann, ist wegen der Sittenwidrigkeit solch überteuerter Tarife wohl bloß eine theoretische Frage.

  11. Hallo,
    die 010040 GmbH berechnete mir 137,31 € für ca 69 Minuten à 1,99 €! Vorher war der Minutenpreis bei ca 2 Ct.
    Habe Einspruch eingelegt und Bundesnetzagentur sowie Staatsanwaltschaft Hamburg, die hier ermittelt, informiert.
    Werde es auf eine gerichtliche Klärung ankommen lassen und allen Mahnungen /Inkassoversuchen widersprechen. Habe der 01040 GmbH beim Einspruch angeboten, den marktüblichen Tarif der Telekom zu bezahlen und um Antwort bis 11.1. 13 gebeten.
    Gruß,
    J.Birk

  12. Pingback: Bundesnetzagentur mahnt Dritte HanseStar UG (01010) und 10040 GmbH abRecht alltäglich

  13. Auf heutiger Telekom Rechnung sind 25,08 EUR netto für ein angebliches Telefonat am 29.07.2012 ohne weitere Angaben … mit der Vorwahl 01010 … die ich nie gewählt habe und bei Dritte HanseStar UG geht natürlich niemand ans Telefon.

  14. Brutto 65,22 € für ein einziges und nicht weiter tarifiertes oder spezifiziertes angebliches Gespräch über diese „Dritte HanseStar UG“ finden sich auf meiner heutigen Telekom-Rechnung!

    !!Achtung 01010!!: Diese Firma ist jetzt mit einer neuen „Fangnummer“ unterwegs: 01010. Offenbar wird auf Verbindungs- oder Tippfehler gesetzt. Denn es gibt eine ähnliche Nummer (010010), die aber für meine Begriffe absolut seriös ist und die ich auch öfter gerne nutze. Eine solche Trittbrettfahrer-Abzocke sollte von der Telekom schon technisch unmöglich gemacht werden und ist ein echter Skandal: Einfach ungeheuerlich!

  15. Der Rechtsanwalt Sandner ist ein Hamburger Patentanwalt (www.vokat.de). Lt Unternehmensregister ist er einziger Gesellschafter der 010040 GmbH sowie einer weiteren Abzockerfirma (3. Hansestar UG) und war einige Monate lang auch deren Geschäftsführer. Es ist mehr als zweifelhaft, ob das Betreiben dieses unseriösen Geschäfts mit den Anforderungen, die an einen Rechtsanwalt gestellt werden, in Einklang zu bringen ist. Zur Klärung empfiehlt sich eine Beschwerde an die Hanseatische Rechtsanwaltskammer Hamburg, info@rak-hamburg.de.

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