Stromanbieterwechsel – Flexstrom will mit geprellten Kunden Kasse machen

Rund eine halbe Millionen Kunden hat der Energielieferant Flexstrom im Frühjahr 2013 mit in das Insolvenzverfahren mit rein gezogen. Die Versorgung mit dem vermeintlich billigen Flexstrom Strom wurde eingestellt und Kunden auf die Ersatzversorgung, in der Regel durch die örtlichen Stadtwerke, umgestellt. Ob Verbraucher ihre getätigten Vorauszahlungen oder Guthaben aus Jahresendabrechnungen jemals wieder sehen steht in den Sternen. Die Aussichten sind jedenfalls mehr als schlecht. Und jetzt möchte Flexstrom mit seinen alten Kunden nochmal richtig abkassieren.

Unverschämte Werbemail von Flexstrom

Mit einer dreisten Werbemail versucht Flexstrom derzeit seine ehemaligen Kunden davon zu überzeugen den Stromanbieter erneut zu wechseln. Dazu bietet sich Flexstrom als der Retter vor der teuren Grundversorgung an. „Einfach hier klicken und attraktive Angebote anschauen“, heißt es in der Werbebotschaft und weiter „Keine Vorauskasse, kein Risiko! Attraktive Tarife mit fairer Bonuszahlung“. Kurzum alles Dinge die man bei Flexstrom in der Vergangenheit umsonst gesucht hat. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht bereits virtuell die Email zerknüllt und in den Papierkorb geworfen hat sondern auf den Link geklickt hat, landet in einem Vergleichsportal.

Vergleichsportal ohne Vergleichsmöglichkeit

Auch wenn dieses Portal diesen Namen nicht verdient, gewinnt der Verbraucher im ersten Moment den Eindruck, dass es sich um ein echtes, unabhängiges und umfangreiches Vergleichsportal handeln würde. Doch weit gefehlt.
Die Verbraucherzentrale NRW hat sich Angebote einmal genauer angesehen. Und siehe da: Die Angebote stammen von E – wie einfach und Mark-E AG. Bei richtigen Vergleichsportalen wie Verivox.de sind diese Anbieter oft nicht als besonders günstig aufgeführt. Doch wie kommt es, dass ausgerechnet diese Firmen angepriesen werden. Ganz einfach. Flexstrom hat die Firmen konkret angesprochen und die Adressdaten für diese Mailling Aktion angeboten. Im Gegenzug erhält Flexstrom für jeden neuen Vertrag mit einem der „günstigen“ Anbieter eine Provision ausgezahlt.

Spannend ist die Geschichte des Portalbetreibers der EcoPowerPlus GmbH. Bis vor kurzem waren dort laut Verbraucherzentrale Hamburg u.a. Michael Happ Geschäftsführer. Der Name sagt Ihnen nichts? Er war bis vor ein paar Jahren im Vorstand der Flexstrom AG.

Datennutzung widersprechen

Wenn Sie in Zukunft solche Werbebotschaften vermeiden möchten, sollten Sie vorsorglich der Nutzung ihrer Daten widersprechen. Teilen Sie Flexstrom mit, dass die gespeicherten Daten nicht für Werbezwecke durch Flexstrom selbst oder zur Weitergabe an Dritte verwendet werden dürfen.

Wechseln – aber richtig

An einem Punkt kann man der Flexstrom Mail aber zustimmen, ein Vergleich lohnt sich. Die Grund bzw. Ersatzversorgung hat zwar den Vorteil von kurzen Kündigungsfristen aber besticht nicht gerade mit besonders günstigen Preisen. Ein Vergleich der Stromanbieter bietet sich daher an. Es gibt jede Menge seriöse Vergleichsangebote, teilweise mit Onlinewechselmöglichkeit. Nachfolgend finden Sie die Favoriten von Recht alltäglich:

Achten Sie bei der Tarifauswahl auf die Laufzeit, Preisgarantien und wann genau bezahlt werden muss. Meiden Sie zu lange Vertragslaufzeiten (> 1 Jahr), Vorauszahlung von mehr als einem Monat und Kautionszahlungen.
Sollten Ihnen Bonuszahlungen in Aussicht gestellt werden, sehen Sie sich die Bonusklauseln genau an bevor Sie einen Vertrag abschließen. Verbraucherunfreundliche Anbieter versuchen hier gerne zu tricksen.

Beratung

Wem diese ganzen Vergleichsportale zu kompliziert sind oder wer Sorge hat doch die Fallstricke zu übersehen, kann sich auch bei seiner Verbraucherzentrale vor Ort beraten lassen. Die Anschriften finden Sie unter Beratungsangebote. Alternativ sollten Sie ihren Anbieter zumindest einmal fragen, ob er nicht auch günstigere Tarife im Angebot hat. Auch so lassen sich schnell einige Euros im Monat sparen.

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