01056 Arcinum GmbH i.I. – der nächste Call by call Abzocker

Ärger mit dem Handy, Internet und Telefon - Hilfe bei 01056 u.a. Call by call Anbietern

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Der Call by call Anbieter 01056 ist das nächste Telefonunternehmen das mit extrem hohen Minutenpreisen Verbraucher zur Kasse bittet. 01056 ist nicht unbekannt und hat bereits vor Jahren unter dem Namen PM2 versucht Verbraucher über den Tisch zu ziehen. Erst nach einer Abmahnung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen wurde damals das unredliche Treiben eingestellt. Doch jetzt startet der Anbieter unter anderem Namen einen neuen Versuch.

01056 verlangt 1,89 Euro pro Minute

Während die Call by Call Tarife innerhalb Deutschlands überlicherweise zwischen 0,5 Cent und 1 Cent pro Minute liegen, verlangt die Arcinum GmbH i.I. ein vielfaches. Wer eine Minute mit 01056 telefoniert, könnte stattdessen rund 4 Stunden über einen günstigen Anbieter sein Gespräch führen. Auch bei Auslandsgesprächen liegt der Preisaktuell bei 1,89 Euro/Minute. Nur Satellitengespräche sind noch teurer. Auch wenn es offiziell drei verschiedene Call by call Tarife gibt, unterscheiden sie sich im Grunde nicht. Die Minutenpreise sind bei allen gleich, nur bei einem Tarif wird im Sekunden statt im Minutentakt abgerechnet.

Der Trick mit der Preisansage bei Call by call Gesprächen

Spannend ist die seit August 2012 vorgeschriebene Preisansage. Wurde in der Vergangenheit für innerdeutsche Telefonate der Preis mit 1,79 EuroCent pro Minute genannt, hört man nun die Ansage 1,89 Euro pro Minute. Dabei wird nicht wie üblich der Preis „ein Euro und neunundachtzig Cent“ ausgesprochen sondern eine Kommazahl angesagt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass früher die Währung EuroCent und eine Kommazahl genannt wurde, kann diese Preiserhöhung schnell von Verbrauchern überhört werden. Aufgrund des völlig unüblichen Höhe rechnet auch kein Verbraucher mit einem Betrag im Eurobereich.

Bundesnetzagentur benötigt Hilfe

Die Bundesnetzagentur sah bisher bedauerlicherweise keine Möglichkeit gegen die Preisansage vorzugehen, da die Ansage bei wortgenauer Betrachtung inhaltlich nicht zu beanstanden ist. Leider ist die Bundesnetzagentur nur für die formelle Überprüfung der 01056 Ansage zuständig. Der Preis selbst ist im Telekommunikationsgesetz für Call by call Nummern nicht geregelt. Bei der Prüfung lässt die BNetzA jedoch den Überraschungsmoment der unüblichen Währungseinheit völlig außer acht, so dass man diese Einschätzung kritisieren kann. Es wäre sicherlich hilfreich, wenn der Bundesnetzagentur zahlreiche Beschwerden über die Art der Ansage vorliegen würden, damit sie ihre Rechtseinschätzung nochmals überdenken kann. Käme die Aufsichtsbehörde der Telefonanbieter zu dem Schluss, dass die Ansage nicht korrekt ist, kann die Zahlungsverpflichtung des Verbrauchers aufgrund der Vorschriften im Telekommunikationsgesetz (TKG) entfallen. Am einfachsten geht dies über den Beschwerdeservice der BNEtzA. Scheuen Sie sich nicht sich dort zu beschweren.

Hohe Telefonkosten von 01056 sittenwidrig?

Wurden die Telefonate geführt und die Preisansage nicht durch die Bundesnetzagentur beanstandet könnte ein Zahlungsanspruch der Arcinum GmbH i.I. bestehen. Es sein denn der Vertrag über das Call by call Gespräch wäre sittenwidrig.

Sittenwidrig kann eine Forderung sein, wenn zunächst ein krasses Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegt.  Damit jedoch vom Tatbestand der Sittenwidrigkeit (§ 138 BGB) gesprochen werden kann, müssen weitere Bedingungen erfüllt sein. Der Bundesgerichtshof nennt hier beispielsweise eine verwerfliche Gesinnung. Hiervon darf man ausgehen, wenn nicht nur ein krasses Missverhältnis, sondern sogar von einem besonders krassem Missverhältnis die Rede ist. In der bisherigen Rechtssprechung wurde dies vielfach dann angenommen, wenn die vom Schuldner zu zahlende Leistung 100% über dem Marktpreis liegt. In einem ähnlich gelagerten Fall hat das Bundesverfassungsgericht (AZ:1 BvR 1457/12, es ging um Internet by call) bei einer Überschreitung von 900% bis 1400% des üblichen Marktpreises davon gesprochen, dass sich die Annahme das ein Verstoß gegen die guten Sitten vorliegt sich „geradezu aufdrängen würde“. Im Fall von 01056 ist die Überschreitung sogar um einiges höher.

Beim Vergleich, so das Bundesverfassungsgericht, ist der konkrete Marktpreis zu ermitteln und nicht, ob es auch noch andere Anbieter mit hohen Preisforderungen gibt. Da das Call by call Verfahren dazu dient die teueren Nummern der Deutschen Telekom zu vermeiden, dürften sich die meisten Alternativanbieter die am Markt bestehen wollen unterhalb des Preises der Telekom bewegen. Entsprechend niedrig ist der übliche Marktpreis.

So reklamieren Sie die Rechnung

Teilen Sie zunächst der Telekom mit, dass sie die Rechnung beanstanden und die bestrittenen Beträge einbehalten bzw. die Telekom diese nicht einziehen soll. Zusätzlich müssen Sie die Arcinum GmbH i.I. anschreiben und die Rechnung mit den hohen Verbindungen ebenfalls beanstanden. Dies wurde auch bereits in einem etwas älteren Artikel über den Anbieter 010040 beschrieben. Dort können Sie auch einen Musterbrief zur Reklamation kostenlos herunterladen. Sie müssen lediglich die Anschrift anpassen.

Im Zweifel lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt oder der Verbraucherzentrale beraten.

Wer steckt hinter 01056

Die aktuelle Firmenbezeichnung des Anbieters der 01056 Call by call Vorvorwahl lautet Arcinum GmbH i.I. Den Zusatz GmbH werden die meisten kennen. Das i.I. bedeutet in Insolvenz. Das Unternehmen befindet sich im Insolvenzverfahren und wurde laut Handelsregistereintrag vom 15.04.2013 aufgelöst. Bleibt die Frage warum dann überhaupt noch über diese Nummer telefoniert werden darf.  Diese Frage kann Ihnen vielleicht der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Thomas Lanio, Herrnstraße 53, 63065 Offenbach am Main, Tel.: 069 / 45 00 34 – 0, Fax: 069 / 45 00 34 – 333 beantworten. Spannend wäre auch zu wissen, wer für die neue Preispolitik verantwortlich ist.

Die Arcinum GmbH entstand übrigens durch Umbenennung der PM2 Telecommunication GmbH im Mai 2010 durch die Gesellschafterversammlung. Hintergrund könnte der damals durch eine ähnliche Preistreiberei verbrannte Name des Unternehmens gewesen sein.

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20 Gedanken zu “01056 Arcinum GmbH i.I. – der nächste Call by call Abzocker

  1. Hallo zusammen,

    ich habe genau das gleiche Problem. Zuerst Inkasso COEO GmbH (zig Schreiben). Habe ich erst geantwortet, aber nicht bezahlt. Sie wollten über 290 € haben. Dies war im Juni und Juli 2013. Anfang diesen Jahres habe ich Post von RAin Mumm bekommen mit Androhung gerichtliches Mahnverfahren. Mehre Schreiben, immer wieder. Nun habe ich letzten Donnerstag per Post ein gerichtliches Mahnverfahren zugestellt bekommen erzwungen durch RAin Mumm. So wie ich im Forum gelesen habe, ist das bisher bei keinem der Fall gewesen. Kann mit jemand per Mail mitteilen, wie ich mich jetzt verhalten soll? Eine Rechtsschutzversicherung habe ich leider nicht.
    Warum kommt das jetzt nach fast einem Jahr obwohl die Fa. Arcinum schon lange Insolvent ist?

    Ich werde heute zur Verbraucherzentrale gehen und mich informieren.

    • @ Peter Balzer: Ich würde Ihnen auch raten sich beraten zu lassen. Hier kommt es sehr darauf an wohin die Gespräche geführt wurden. Innerdeutsches Festnetz ist mit dem Argument Sittenwidrigkeit sicherlich relativ gut entgegenzuwirken. Bei einigen Auslandsverbindungen kann es da schon schwieriger werden.

      • Danke.
        Die Telefonate gingen nach Brasilien. Meine Lebensgefährtin ist Brasilianerin und ihr ist nicht bekannt, dass mitgeteilt wurde, dass der Preis bei 1,89 € / min. liegt. Sonst hat sie immer mit dieser Vorwahl telefoniert und die Rechnungen lagen bei ca. 5-10 €.

      • Die Preis bei der Telekom liegen i.d.R. bei Gesprächen nach Brasilien ins Festnetz bei 5 Cent/Minute. Über 30 CbC-Anbieter liegen darunter. Weitere 30 Anbieter liegen immer noch über 100% unter dem Arcinum Angebot. Es darf daher laut über ein sittenwidriges Verhalten nachgedacht werden.

    • Bei uns handelte es sich auch die Telefonate nach Südamerika. Die Preiserhöhung war von ca. 3 Cent auf 2 Euro. Wenn 6000 % nicht sittenwidrig sind, dann muß das BGB neu geschrieben werden. Oder wer bezahlt für ein Brötchen 20 Euro ? Oder welche Bank darf 500 % an Zinsen für einen Dispokredit nehmen ? Was wäre dann los ? Wollt Ihr wirklich für 5 Brötchen 100 Euro bezahlen ? ….

      • @ Lozada: Es spricht sicherlich einiges dafür, dass auch in Ihrem Fall die Preise sittenwidrig waren.

        Grundsätzlich darf man jedoch nicht nur mit einem alten Preis vergleichen, sondern es ist der gesamte Markt zu betrachten. So könnte es beispielsweise sein, dass es zwar drei vier sehr, sehr günstige Anbieter gibt, aber die meisten Call by call Anbieter eine Preis von 1 Euro verlangen und die Telekom vielleicht sogar 1,20 Euro. In solchen Fällen kommt man nicht zwingend zur Sittenwidrigkeit. Auch wenn der gerade beschriebene Fall eher die Ausnahme ist, gibt es solche Fälle.

  2. Meine Mutter hat ebenfalls im Juli 2013 ein Rechnung von Arcinum über ca. 370 EUR erhalten.
    Mittlerweile ist das Inkasso-Unternehmen COEO Inkasso im Spiel und bietet „Telefonseelsorge“ an, nachdem sie auch noch eine kleine Inkassovergütung berechnet haben.
    Ich hatte auch gleich die Bundesnetzagentur angeschrieben und den gleichen Antworttext wie oben beschrieben erhalten.

    Meine Meinung dazu: Wenn eine Bank den Dispozins 2 % höher als marktüblich ansetzt, steht sie in der Bild und alle Politiker schreien nach Regulierung. Also erwarte ich einfach mal, dass der Verbraucherschutz vor Gericht auch hier siegen wird. Eine Tarifansage, die von den genannten Zahlen mit dem Vormonat übereinstimmt – nur halt Cent durch Euro ersetzt – ist m.E. nicht durch eine Preiskalkulation und geänderte Kosten bei Anbieter zu erklären. Der EINZIGE Grund ist m.E. Täuschung !
    Meine Mutter ist 77 Jahre alt und hat mit dieser Drucksituation furchtbar zu kämpfen. Es ist also absolut sittenwidrig und moralisch ein totaler Nullpunkt, was hier gebildete Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter und Geschäftsführer abziehen. Wir werden nicht zahlen und uns bei Bedarf einen Anwalt nehmen. Es kann nicht sein, dass solche Machenschaften belohnt werden!
    Den anderen Geprellten wünschen wir Kraft und Erfolg !!!

    • Also leider einfach unglaublich wie diese Gaunerei von den Deutschen Behörden gestattet wird. Die Arcinum GmbH und das Inkasso Unternehmen sind schamlose Gangster Gesellschaften die sich im Zwielicht der Gesetzlücke bereichern. Hier müsste eine gemeinsame Klage aller Betroffenen entstehen und ich biete gerne meine volle Unterstützung dazu an. Nachdem ich der CEOE sagte was sie am Besten mit ihrer Drohung tun sollten, habe ich nichts weiteres vernommen. Bin auch bereit so einen Erpressungsversuch bis an die höchste Instanz zu bringen. Meine Empfehlung: nicht einschüchtern lassen, nicht verhandeln, nicht zahlen! Sollten diese Gangster die Sache vor Gericht bringen, kann man sich erfolgreich verteidigen, aber am besten man bildet eine gemeinsame Front gegen diese und Andere Abarten des Deutschen Geschäftwesens. Man sollte sich eine angebrachte Kanzlei suchen die alle solche Fälle dann bearbeiten würde !

  3. Wir sind leider auch auf diesen Anbieter Arcinum reingefallen. Wir telefonierten viel über diese Vorwahl, daher gingen wir auch nicht von so einer Bösartigkeit aus. Es geht nun um knapp 300,- Euro. -eigentlich ca. 15,- Euro-
    Der Inkasso-Dienst hat uns die üblichen 30 % Nachlass auf die Forderung angeboten.
    Das haben wir nicht angenommen.
    Coeo-Inkasso bat uns dann per Brief um einen Rückruf. Das taten wir.
    Sie haben uns aber nichts neues am Telefon angeboten (wir dann auch nicht) und mich darüber informiert, dass sie dann das gerichtliche Mahnverfahren einleiten. Stand 29.01.2014

    • @ Lozada: Sollte tatsächlich ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt werden, haben Sie 14 Tage Zeit Widerspruch einzulegen. Dies können Sie leicht selbst tun eine Anleitung befindet sich auf dem Formular. Alternativ können Sie sich auch die Rechtspfleger des örtlichen Amtsgerichts, eine Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt wenden. Die beiden letzten sind aber in der Regel mit Kosten verbunden. Dann liegt der Ball wieder beim Anbieter dieser müsste vor Gericht Klage einreichen und zunächst die Kosten des Verfahrens vorlegen. Sollten Sie tatsächlich eine Klageschrift vom Gericht(!) erhalten, würde ich empfehlen einen Rechtsanwalt einzuschalten. Weiterhin wäre es toll, wenn Sie Recht alltäglich auf dem laufenden halten würden.
      Wie bei allen Rechtsstreitigkeiten besteht auch in diesem Fall natürlich ein gewisses Prozeß- und Kostenrisiko. Bisher sind uns jedoch weder Mahnbescheid noch gerichtliche Klageverfahren bekannt.

    • Bitte der Bundesnetzagentur melden und wenn erforderlich Gerichtlich verteidigen. Kosten müssen evtl. von dem Kläger bezahlt werden, obwohl dieser wahrscheinlich i.I. dies kaum kann. Nichts Anderes diskutieren oder ermässigte Kosten zahlen. Mit der CEOE Inkasso überhaupt nicht verhandeln, die stecken mit der 10156 Gaunerei im gleichen Bett.

      • Vielen Dank für die Empfehlung.
        Zur Info die Antwort der Bundesnetzagentur
        auf meine Meldung vom August 2013:

        vielen Dank für Ihre E-Mail, mit der Sie die Tarifveränderung des Call by Call Anbieters Arcinum GmbH beklagen und die Bundesnetzagentur bei der Klärung des Problems um Hilfe bitten.

        Die Tarife und Preise von Anbietern von TK-Dienstleistungen, die nicht über eine beträchtliche Marktmacht verfügen, unterliegen derzeit nicht der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Diese unterfallen allein dem Preis- und Produktgestaltungsrecht der Anbieter. Die Preise von Call-by-Call-Anbietern schwanken teilweise auch innerhalb kurzer Zeit sehr stark.

        Der Gesetzgeber hat im § 305a Nr.2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) festgelegt, dass in Verträge über Telekommunikations-, Informations- und andere Dienstleistungen, die unmittelbar durch Einsatz von Fernkommunikationsmitteln und während der Erbringung einer Telekommunikationsdienstleistung in einem Mal erbracht werden, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen erleichtert einbezogen werden können, wenn sie der anderen Vertragspartei nur unter unverhältnismäßigen Schwierigkeiten vor dem Vertragsschluss zugänglich gemacht werden können.

        Diese Regelung soll dem Umstand Rechnung tragen, dass der Telekommunikationsanbieter im offenen Call by Call-Verfahren, das lediglich in der Herstellung einer Telefon- bzw. Internet by Call-Verbindung besteht, und bei der Erbringung von Mehrwertdiensten oder Informationsdiensten keine Möglichkeit hat, dem Anrufer den Inhalt der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ohne erheblichen Zeitverlust für den anrufenden Kunden bekannt zu machen. Gerade hier besteht aber für den Kunden ein Bedürfnis nach einer möglichst schnellen Erbringung der Dienstleistung, so dass der mit der Erleichterung der Einbeziehungsvoraussetzungen verbundene Transparenzverlust in Kauf genommen werden muss.

        Der Nutzer dieser Dienste ist stets gehalten, sich vor deren Inanspruchnahme über aktuell geltende Tarife zu informieren. Das ist i.d.R. nur über die auf den Internetseiten der Anbieter veröffentlichten AGB / Leistungsbeschreibungen und Preislisten möglich. Die Aktualität von Veröffentlichung durch Dritte (z.B. in der Presse, Teletext, o.a. Medien) ist häufig nicht gegeben. Viele Telekommunikations-Anbieter schließen in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Gewähr für die Richtigkeit von Tarifveröffentlichungen durch Dritte aus. Vielmehr gelten die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses (d.h. spätestens im Zeitpunkt des Verbindungsaufbaus des jeweiligen in Frage stehenden Telefonats selbst) aktuellen Leistungsbeschreibungen und aktuellen Preislisten.

        Mit dem Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes am 10.05.2012 sind die Call-by-Call-Anbieter nach § 66b Abs. 1 TKG verpflichtet, die Preise für eine Verbindung automatisch anzusagen. Die technische Umsetzung der Preisansage war zum 01.08.2012 zu realisieren.

        Sofern die Erhöhung der Tarife zivilrechtliche Ansprüche begründet bzw. entfallen lässt, wird empfohlen, sich diesbezüglich an die örtliche Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt zu wenden.

        Unser Tipp für Verbraucher:

        Es zeigt immer wieder, dass bei der Nutzung von Call by Call noch immer erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist. Es gilt, bei der Tarifansage genau hinzuhören, auch in Bezug auf die Einheit – die Ansage kann in Euro oder Cent erfolgen. Wer sich nicht sicher ist, ob er den angesagten Minutenpreis richtig verstanden hat, sollte lieber auflegen und noch einmal neu wählen. Beschwerden über irreführende oder unverständliche Tarifansagen nimmt die Bundesnetzagentur entgegen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Ihr Verbraucherservice

        verbraucherservice@bnetza.de

        http://www.bundesnetzagentur.de

        21.08.2013

      • zum Thema „sie stecken alle im gleichem Bett“:
        nachdem die COEO-Inkasso mir am 29.01. mitteilte, dass sie die Forderung an ihre Rechtsanwältin abgeben, erhielt ich am 31.01. bereits das entsprechende Schreiben der RA-in Mumm. Komisch ist nur das die Inkasso-Firma nachträglich am 03.02. eine Schufa-Abfrage über mich machte. Welches „berechtigte Interesse“ seitens der COEO-Inkasso lag 4 Arbeitstage nach der Abgabe der Forderung an die RA-in Mumm vor ? … weil sie selbst keinen Schufa-Zugang hat und ihre Inkasso-Freunde ihr helfen zu erfahren, ob es eine Wahrscheinlichkeit gibt, die Forderung einzutreiben ? Das ist die einzig logische Erklärung …natürlich aber nur eine Vermutung:-)

  4. Zu Abzocke der Arcinum
    Meine Schwiegermutter hat im Juni 2013 über der Nr 01056 nach Polen Angerufen .Da lautete die Tarifansage:
    der Minutenpreis beträgt 1,89ct€/min woraus man nicht auf 1,89€/min kommt .Ansage war auch so schnell das man es nicht verstanden hat sofort wurde die Verbindung hergestell. Rechnung belief sich dann auf 207,90€.
    Durch mehrere Widersprüche gegen Arcinum dann COEO Inkasso und jetzt Anwältin M.Mumm die auch keine unbekannte ist wie ich im Netz nachlesen konnte. Sie droht mit Mahnbescheid und eine Frist zur Antwort von 3Tg. Super von Ihr keine Zeit um biem Anwalt einen Termin zu machen. Bleibt mir nur der §410 BGB. Und eine Strafanzeige gegen Arcinum mit gleichzeitiger Beschwerde. Die Sache ist noch nicht abgeschlossen. Muss abwarten wie die Ra.Mumm reagiert bzw was die Staatsanwaltschaft antwortet.
    Werde es hier berichten. Gruß starforce1666

    Anmerkung der Redaktion (PL): Laut Aussage der Bundesnetzagentur war die Preisansage bei verschiedenen Testzeitpunkten richtig. Lediglich die Art der Ansage -wie im Artikel beschrieben- war ungewohnt. Dies ändert nichts an der Frage, ob die Forderung nicht eventuell sittenwidrig ist.

  5. Erhielt in Spanien eine ‚Zahlungsforderung‘ von der ‚Firma‘ Arcinum GmbH, und eine ‚Mahnung‘ von der Firma COEO INKASSO GmbH, obwohl ich selber nie einen Vertrag mit einem Service Provider in der BRD hatte oder habe. Selbstverständlich werde ich diese nie-geführte Gespräche bezahlen und bin erstaunt über so einen „Erpressungsversuch“ seitens Deutscher Firmen. Im AUsland hat man noch den Eindruck dass das Deutsche Geschäftswesen ’seriös‘ ist. Was mich nun interessiert ist wie diese Firmen an meine Daten gelangten, und werde mich an sämtliche Instanzen in der BRD hiermit wenden. Auch schwer zu verstehen ist dass die Bundesnetzagentur und andere Deutsche Instanzen diese Art Gaunerei zulassen. 01056 – Arcinum GmbH bietet auf seinem Geschäftspapier folgendes an: „weltweit billiger telefonieren“ ! Also ganz schlicht gesagt: ‚BETRUG‘, und sogar ‚offiziell erlaubter Betrug‘.

  6. Zuerst einmal vielen, vielen Dank an PL für das Verfassen dieses Artikels.

    Heute erst erhielten meine Eltern eine Telekomrechnung in Höhe von 161,66 Euro, wovon 75,60 Euro an Arcinum zu bezahlen seien. An eine Preisansage von 1,89/min kann sich in unserem Haushalt allerdings niemand erinnern.
    Wir werden daher auf die Einwendung zurückgreifen. Die Musterbriefe sind bereits umformuliert, wurden bereits weggefaxt und sind zusätzlich für den Postweg morgen sendebereit. Außerdem haben wir – wie an anderer Stelle gelesen – Arcinum den Vorschlag unterbreitet, durchaus für unsere getätigten Anrufe zu bezahlen. Schließlich haben wir eine Leistung von ihnen genutzt. Allerdings zu den Tarifen der Telekom (was nach Recherche in unserem Fall 0,05 Euro/min ergab). Sollten sie diesem Vorschlag nicht nachkommen, sieht sich unser befreundeter Anwalt gerne auch dazu bereit, nachzuhelfen. Bei weiteren Problemen sind wir daher hoffentlich gut gewappnet.

    Wenn ich daran denke, berichte ich gerne über den Ausgang dieses Theaters.

    • Hallo,
      wie ist der Stand bei der Arcinum-Beschwerde heute ? Gegen meine Mutter hat Arcinum eine Forderung von 425,– €
      aus Minutengebühren von 1,80 € in den Monaten 7 und 8 2013 erhoben und hat diese nun an ein Inkassounternehmen abgegeben, welche nun drohen. Was kann man zur Abwehr tun ?

      • @ Ulrich Schwarz: Aktuell gibt es nichts neues zu berichten. Bisher sind weder Klagen noch Mahnbescheide bekannt. Es gibt jedoch teilweise Vergleichsangebote des Anbieters.

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