Routenplaner-24.info – Die Abofalle ist zurück

Routenplaner gibt es im Netz genug. Egal ob Goolge Maps, Falk oder ADAC. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind kostenlos. Dies erwartet der Nutzer auch auf der Seite routenplanner-24.info. Doch weit gefehlt. Wer dort nach einer Reiseroute sucht, hat schnell ein Abo mit Gesamtkosten von 576 ,- Euro an der Backe.

Nachdem es eine Zeit ruhig geworden ist, zählt die Verbraucherzentrale Sachsen nun wieder vermehrt Verbraucherbeschwerden. „Die Abofalle routenplaner-24.info, die wir aus Beratungen von vor 5 bis 10 Jahren kennen, ist zu neuem Leben erwacht“, informiert Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

24-Monate Routenplaner Mitgliedschaft

Das Portal versendet Zahlungsaufforderungen über 576 Euro, weil sich die Nutzer für eine 24-Monate-Mitgliedschaft registriert hätten. Dabei zieht das Portal die Nutzeraufmerksamkeit aktuell offenbar über ein „kostenloses Gewinnspiel“ auf seiner Startseite mit dem Hauptgewinn einer Malediven-Reise auf sich. An dem darf allerdings nur teilnehmen, wer sich mit Namen und Mailadresse anmeldet. Mit der Registrierung unterstellt der Anbieter ODV Online Content Limited einen kostenpflichtigen Vertrag, worauf unscheinbar unten rechts am Bildschirmrand hingewiesen wird.

Verstoß gegen Buttonlösung

Screenshot Routenplaner-24.info

Screenshot

Seit dem 1. August 2012 gilt in Deutschland die sogenannte Buttonlösung. Dies bedeutet, dass Onlinebestellungen nur über eine Schaltfläche abgeschlossenen werden dürfen die eindeutig auf einen kostenpflichtigen Vertragsschluss hinweisen. In § 312 j BGB heißt es dazu: „…diese Schaltfläche gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung…“

„Da hier der gesetzlich vorgeschriebene Button ‚zahlungspflichtig bestellen‘ fehlt, kommt kein Vertrag zustande und die Verbraucher haben deshalb auch keine Pflicht zur Zahlung. Der Anbieter setzt allein auf die Abzocke der Nutzer“, ist Henschler überzeugt. So ist Betreiber der Seite eine Limited, also eine aus Großbritannien stammende Gesellschaftsform. Eine dahinter stehende natürliche Person ist nirgends auffindbar. Der Domain-Name läuft über einen irischen Provider, die Kontoverbindung wiederum führt nach Bulgarien. Fraglich ist deshalb, ob unter der auf der Website angegebenen Münchner Adresse Maximilianstraße 13 mehr als ein Briefkasten des Anbieters zu finden ist und die ausgelobte Maledivenreise nur den Betreibern der Seite winkt.

Die klassischen Abofallen im Internet sind mit der 2012 ins Gesetz eingeführten Buttonlösung weitgehend vom Markt verschwunden. Immer wieder aber locken Anbieter Nutzer geschickt in die Falle, die gesetzliche Vorgabe ignorieren sie dabei schlichtweg. „Nutzer sollten eine Seite stets genau prüfen, bevor sie sich mit ihren persönlichen Daten irgendwo anmelden, insbesondere wenn eine Leistung als kostenlos beworben wird“, rät Henschler.

Musterbrief zur Abwehr unberechtigter Forderungen

Durch die fehlende Umsetzung der Buttonlösung besteht seitens des Anbieters grundsätzlich kein Zahlungsanspruch. Es könnte jedoch sinnvoll sein noch einmal die Ablehnung der Forderung zu erklären. Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet dazu einen kostenlosen Musterbrief an.

Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderungen für eine Internet-Service-Dienstleistung

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